Veröffentlicht: 13. April 2026

Marktplatz zu Leben an Land vom 31. März 2026

Am 31. März fand unser erster Marktplatz in diesem Jahr statt, im Fokus stand SDG 15 „Leben an Land“. Dieses Ziel setzt sich dafür ein, Ökosysteme an Land zu schützen, wiederherzustellen und ihre nachhaltige Nutzung zu fördern und umfasst unter anderem den Erhalt der Biodiversität sowie den Schutz von Wäldern.
Zum Einstieg führten wir ein kurzes Check-in in Dreiergruppen durch: Die Teilnehmenden erhielten die Aufgabe, anschließend einen Brutvogel, eine Baumart und ein Biotop zu nennen. Diese aktivierende Runde diente dem gegenseitigen Kennenlernen und bereitete die Gruppe auf das Thema vor.
Der erste Input erfolgte aus Sicht der Wirtschaft:
Raffael Jakob (Weber Verwaltungen) berichtete über Projekte der Wohnbaugenossenschaft St.Gallen mit insgesamt 583 Wohnungen in drei Kantonen und neun Gemeinden. Bei allen Bauvorhaben werden graue Energie, Biodiversität, Schwammstadtelemente sowie das soziale Miteinander berücksichtigt. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, wie standardisierte Grundstücksbewertungen und niederschwellige Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität von Flora, Fauna und Mieter:innen beitragen können.
Im zweiten Input, aus der Zivilgesellschaft, stellte Daniela Schick (MyBluePlanet) das Programm Klimaschule vor. Es handelt sich um ein vierjähriges Bildungs- und Klimaschutzprogramm, das Schulen dabei unterstützt, Nachhaltigkeit im Schulalltag zu verankern und Schüler:innen für Klimaschutz zu begeistern. Im Kanton St.Gallen nehmen derzeit drei Schulen teil. Am Beispiel der Kanti Burggraben zeigte sie Aktivitäten des "Impact Day Biodiversität", an dem die Jugendlichen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt auf dem Schulareal und in der Region umsetzten.
Der dritte Input beleuchtete die staatliche Perspektive:
Raphael Lüchinger vom Kantonsforstamt St.Gallen erläuterte die Bedeutung der Waldbewirtschaftung. Knapp ein Drittel der Fläche der Schweiz und des Kantons ist bewaldet – mit zentralen Funktionen wie Schutz vor Naturgefahren, Holznutzung, Lebensraum für zahlreiche Arten sowie Erholungsraum für die Bevölkerung. Die vielfältigen Ansprüche führen zu Zielkonflikten, die eine aktive, nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung erforderlich machen, insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels.
Nach den drei Inputs blieb Zeit für einen Austausch in Kleingruppen, in dem die Teilnehmenden die Inhalte vertieften und miteinander verknüpften.
Fazit:
Der Marktplatz zeigte eindrücklich, wie vielfältig die Perspektiven auf SDG 15 sind – von der nachhaltigen Entwicklung im Wohnbau über engagierte Bildungsarbeit bis hin zur verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung. Die Beiträge machten deutlich, dass der Schutz von Biodiversität und Lebensräumen nur im Zusammenspiel von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat gelingt. Vielen herzlichen Dank an alle Teilnehmenden und insbesondere an die drei Inputgebenden für die inspirierende und gelungene Veranstaltung.